Apr 30 2010

Bye, bye, Australia, for now…

Da sitzen wir also wieder in Deutschland…

Ich hatte meinen emotionalen Abschluss schon fast fertig, bevor Manja den Rotstift nahm und mich zur Contenance mahnt. Es handelte von stundenlangen Picknicks am Strand, schier endlosen Weiten und sonnenüberfluteten, menschenleeren Stränden  – alles durchgestrichen…

“Wir dürfen auf die letzten Tage nicht noch sentimental werden!” – antwortete sie.

Recht hat Sie! Statt großer Worte und langem Pipapo hier die puren Fakten:

  • Gefahrene Kilometer: 39’006 km (davon Holm 99,9% und Manja 0,1%) <– womit wir ziemlich genau einmal um den Äquator gefahren sind…
  • Kilometerstand: 344’990 km <– Hut ab!
  • Reparaturkosten: $ 9’372 (davon Holm $ 3’772 und Mr. Van de Camp $ 5’600)
  • Spritverbrauch: 11,5 l/100km oder 4485 l insgesamt <– womit wir bei Green Peace auf der roten Liste stehen dürften…
  • Maximale Temperatur: 45 °C (in Sydney)
  • Minimale Temperatur: -3 °C (in Glen Innes)
  • Durchschnittliche Ausgaben pro Tag: geplante Kosten * 2
  • Geflogene Kilometer: 66’312 km <– lasst uns bloß in Ruhe mit Flügen!
  • Geschossene Bilder: 22’330 oder 302 GB + Manjas Bilder
  • Aufgenommene Videos: 4’679 oder 253 GB
  • Anzahl gelesener Bücher: Holm 6 und Manja 10
  • Neue Sorgenfalten: Manja 2 – Holm 5
  • Neue Lachfalten: unzählbar

Es bleibt uns nur noch eines zu sagen:

“Werter Mr. Van de Camp, es war uns ein Vergnügen!”


Ach und wer jetzt denkt, hier kommt nichts mehr, der hat sich zu früh gefreut! Es sind noch ein paar Bilder geplant und Videos in Produktion, welche wohl ohne Übertreibung die komplette Filmwelt in helle Aufregung versetzen werden…


Apr 19 2010

+++ Eilmeldung +++ – Die Dritte…

Ein bittersüßer Moment: Um 11:45 Uhr Ortszeit hat Mr. Van de Camp seinen Besitzer gewechselt…

Bitter, weil der treue Reisebegleiter nicht ersetzt werden kann, und süß, weil wir am Ende mehr Geld für ihn bekommen haben, als wir dachten.

Allen und Fiona haben uns den Van abgekauft. Allen ist mit Baujahr 1953 nicht mehr der Jüngste, aber hatte immerhin zwei Surfbretter dabei und wurde deshalb für cool genug empfunden, die Wizards of OZ weiter in Australien vertreten zu dürfen.

Verabschiedet habe ich mich mit den Worten: “Möge das Auto genau so gut zu Euch sein, wie zu uns!” – Na, ihr werdet wissen, was ich meine…


Apr 7 2010

How to sell a Campervan…

Uiuiui. Das Jahr ist fast vorbei und wir müssen uns bereits Gedanken machen, wie wir den geliebten Mr. Van de Camp verkaufen. Um der Werbung Willen und weil wir Euch ja auch noch eine Hausbesichtigung schuldig sind, haben wir ein kleines Werbevideo gedreht.

Nach nuuur 254 Takes hatten wir auch endlich alle Aufnahmen im Kasten. Auf Manjas Zeugnis steht danach: “Manja gab sich redlich Mühe.”

Here we go:

Ach und nicht wundern, wenn demnächst ein paar frühere Einträge temporär verschwunden sind. Ihr versteht hoffentlich, was ich meine…

Im übrigen erwarte ich Kommentare über meine erotische Stimme aus dem Off…


Mar 22 2010

Update: Mein Name ist Trouble – Mr. Van de Trouble…

Kaum hatten wir die letzten Meter auf Tasmanien zurückgelegt und befanden uns schon fast wieder in der Fähre, fing es an…

Rattattattattattatta…

Hatten wir anfangs noch auf alleinige Besserung gehofft, wurden wir heute von der harten Realität eingeholt.

“Wahrscheinlich Auspuffkrümmer – das wird teuer!”

Ach nee, darauf wären wir gleich gar nicht alleine gekommen. Unser Auto haben wir inzwischen wohl bald zweimal in Reparaturkosten bezahlt. Davon waren alle Reparaturen von der Marke “Das wird teuer!”. Da ist ihm so kurz vor dem Ziel die Puste ausgegangen - wie dem Vettel. Tragisch, tragisch, tragisch – und vor allem teuer, teuer, teuer…

Statt “Postkarten aus Australien” heißt unser neues Motto nun “Münzen… ähmmm… Scheine für Mr. Van de Camp“. Manja und ich verabschieden uns (mit Rattattattattattatta) in den Van zum Heulen…

Update:

Nachdem wir also 6 Stunden im Autohaus verbracht haben, während es sich der Van in der Werkstatt gemütlich machte, können wir nun folgendes berichten:

  • In Perth war ein Sturm, wie seit Jahren nicht mehr,
  • die Debatte um die Gesundheitsreform ist in vollem Gange und
  • Sandra Bullocks Ehemann hat sich mit einer tätowierten Nazischnalle vergnügt.

Aha, na wer hätte das gedacht. Diese neuartigen Fernsehgeräte sind wirklich informativ, vor allem wenn alle fünf Minuten der gleiche Mist wiederholt wird. Repetition sorgt für einen nachhaltigen Lerneffekt…

War sonst noch was? Ach ja – wir sind wieder $319 ärmer…


Jan 25 2010

Man sieht den Baum vor lauter Flachland nicht…

Das Wortspiel musste jetzt mal herhalten, um zu beschreiben, was wir 1200 km lang an der Südküste Australiens erleben durften. Die Nullarbor Plain ist nämlich eine äußerst karge Wüste und wird ihrem Namen (von lat. nulla arbor “kein Baum”) nur allzu gerecht. Man stelle sich unsere tagelange Odyssee etwa so vor:

Da wirklich weit und breit kein Baum – und somit auch kein Schatten – zu sehen ist, verwundert es überhaupt nicht, dass sich manche Bewohner einfach so aus dem Staub gemacht haben.

Wenn man dann doch einmal ein Bäumchen am Wegesrand findet, dann ist er schon seit Ewigkeiten abgestorben und wird für seltsame Zwecke missbraucht. Bitte zählen Sie alle sichtbaren Schuhe…

Die einzigen Bewohner dieser Wüste findet man entweder an überteuerten Tankstellen und vermoderten Motels oder man muss ihnen waghalsig auf der Straße ausweichen.

Was wir im Übrigen erst später rausbekommen haben: Wenn sich die Echsen so flach auf den Boden legen, dann ist das ihr Defensivverhalten. Damit vergrößern sie ihre sichtbare Fläche, um mehr Angst beim Angreifer zu erzeugen. Hat ja glänzend funktioniert. Meine Kamera war nur 10cm von dem Bürschchen entfernt…


Nov 17 2009

UPDATE! Der teuerste Caravan-Park der Welt…

Hilton, Ritz Carlton & Co. können einpacken, denn hier kommt er, der teuerste Caravan-Park der Welt – das Tropical Motors Inn aus Broome. Eine Nacht in diesem luxuriösen Etablissement kostete uns sagenhafte $ 1309,44! Davon bestreiten einige Backpacker hier den gesamten Australienurlaub…

Nachdem Mr. Van de Camp nämlich so arg ruckelte und wackelte, dass mir ganz schwindelig in der Fahrerkabine wurde, begaben wir uns in die oben genannte Werkstatt. Lange Rede, kurzer Sinn:

“Dat Ding läuft nur auf drei Pötten!”

“Wat? Was soll das heißen?!?”

“Hauptsächlich, dass ihr jetzt ‘ne Stange Geld bei mir lassen werdet…”

Um dies noch einmal für Laien zu übersetzen. Zum reibungsfreien Fahren eines Vierzylindermotors sind offensichtlich auch vier laufende Zylinder notwendig. Leider konnten wir derer nur drei bieten. Diese Differenz ließ sich nur durch genannten Betrag von $ 1309,44 beheben. Alles klar?

Da die ganze Prozedur nun etwas länger dauerte und das Auto nicht mehr zu bewegen war, ist die Übernachtung in der Werkstatt im Preis inbegriffen. Dazu musste man sich um Punkt 5 Uhr dort einfinden und wurde einfach vom Meister höchst persönlich auf dem Grundstück eingeschlossen.

Wir waren jedenfalls restlos bedient. Während Manja jedoch noch mit dem Schicksal haderte…

trouble-trouble-nothing-but-trouble

…nutzte Holm diese einmalige Gelegenheit wie immer für großartige Momente der Selbstdarstellung. Das Duschen neben kaputten Motoren und alten Reifen musste sogleich von Manja für die Nachwelt fotografisch festgehalten werden und macht in der Kategorie Best Gay Picture derzeit Dominics Strandfotos Konkurenz:

giggedy-giggedy

Wie viel wir inzwischen in den Schrotti-Van investiert haben, kann wohl nicht mehr akkurat nachvollzogen werden, wahrscheinlich will man’s auch gar nicht so genau wissen. Den Betrag für diese Nacht wird man allerdings nicht so schnell vergessen…

garage-inc

UPDATE:

Außer vier Zylindern sind nach neuesten Erkenntnissen auch vier funktionstüchtige Reifen vonnöten:

“Also wie jetzt? Aha, Sie meinen also nicht bis zur Karkasse runterfahren?!? Hmmm, ja, verstehe…”

tire-noeoeoed-guaeaeaet

Uiuiui, Wenn das Werner sehen würde…


Oct 14 2009

+++ Eilmeldung +++ – Die Zweite…

“Die neuen Leiden des jungen Mr. V” scheinen kein Ende zu nehmen. Jedenfalls sitzen wir wieder mit der Mistkrücke an (hoffentlich hat er nix gehört).

Kaum sind zwei Wochen vergangen, da gibt es einen neuen Zwischenfall zu melden. Hier ein paar passende Vokabeln zum mitlernen:

jumper leads = Starterkabel
to bump-start = anschieben
flat battery = leere Batterie
alternator = Lichtmaschine
———————————-
new battery = AUD 196.00

Da will man einfach mal aus dem Nationalpark wegfahren und es tut sich rein gar nichts mehr. Keine Vogellaute und nichts! Äh? Die Probleme hatten wir doch schon mal in Sabine & Thomas’ Tagebuch gelesen?!? Nach einer neuen Batterie von Shell läuft der alte Sack erst mal wieder – mindestens mal bis zum nächsten Zeltplatz…

Wenigstens hatte Holm mal wieder Gelegenheit, sein umfangreiches Repertoire an Schimpfworten zu repetieren…


Oct 1 2009

+++ Eilmeldung +++

Wir sitzen gerade in einem muffigen aber immerhin klimatisierten Raum in Darwin fest, weil Mr. Van de Camp Mucken macht. Die Bremsen hören sich komisch an und überhaupt kommen jeden Tag neue Geräusche dazu.

Oftmals weiß man nicht, ob die Geräusche aus der Flora und Fauna kommen, oder vom Van selbst produziert werden. Durch Bremsen, Schalten und Rückwärtsfahren können wir immerhin schon drei heimische Vogelarten derart präzise imitieren, dass ortsansässige Ornithologen sich schon auf offener Straße die Köpfe nach uns verrenken…